Avodah Zarah 117

Kapitel 117

א דא"ר יוחנן משום ר"ש בן יהוצדק מים של רבים אין נאסרין הא דיחיד נאסרין
1 denn R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq, Wasser, das der Kommune gehört, könne nicht verboten werden. – Demnach kann solches, das einem Privaten gehört, verboten werden;
ב ותיפוק ליה דהא מחוברין נינהו לא צריכא דתלשינהו גלא
2 wieso denn, es haftet ja [am Boden]!? Wenn ein Wellenschlag es losgerissen hat. –
ג סוף סוף אבני הר שנדלדלו נינהו תסתיים דר' יוחנן דאמר אסורות
3 Dies gleicht also von einem [angebeteten] Berge abgelösten Steinen, somit ist ja hieraus zu entnehmen, daß R. Joḥanan es ist, welcher sagt, solche seien verboten? –
ד לא צריכא דטפחינהו בידיה
4 In dem Falle, wenn er selber sie mit den Händen aufgeschöpft hat.
ה ר' חייא בר אבא איקלע לגבלא חזא בנות ישראל דמיעברן מעובדי כוכבים שמלו ולא טבלו חזא חמרא דמזגו עובדי כוכבים ושתו ישראל חזא תורמוסא דשלקי להו עובדי כוכבים ואכלי ישראל ולא אמר להו ולא מידי
5 Einst kam R. Ḥija b. Abba nach Gabla und beobachtete, daß da jüdische Töchter von beschnittenen und nicht untergetauchten Nichtjuden geschwängert wurden. Ferner beobachtete er, daß da Nichtjuden Wein verschnitten und Jisraéliten ihn tranken. Ferner beobachtete er, daß da Nichtjuden Lupinen kochten und Jisraéliten sie aßen. Er sagte ihnen aber nichts.
ו אתא לקמיה דרבי יוחנן א"ל צא והכרז על בניהם שהן ממזרים ועל יינן משום יין נסך ועל תורמוסן משום בישולי עובדי כוכבים משום שאינן בני תורה
6 Als er hierauf zu R. Joḥanan kam, sprach dieser zu ihm: Geh und mache bekannt, daß ihre Kinder Hurenkinder sind, daß ihr Wein Libationswein ist, und daß ihre Lupinen als von Nichtjuden gekochte Speise [verboten] sind, weil sie im Gesetze unkundig sind.
ז על בניהם שהם ממזרים ר' יוחנן לטעמיה דא"ר יוחנן לעולם אינו גר עד שימול ויטבול וכיון דלא טביל עובד כוכבים הוא ואמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן עובד כוכבים ועבד הבא על בת ישראל הולד ממזר
7 Daß ihre Kinder Hurenkinder sind. R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Joḥanan sagte, er gelte nur dann als Proselyt, wenn er beschnitten worden und untergetaucht ist; wenn er aber nicht untergetaucht ist, gilt er als Nichtjude. Ferner sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin beschlafen hat, sei das Kind ein Hurenkind.
ח וגזור על יינם משום יין נסך משום לך לך אמרין נזירא סחור סחור לכרמא לא תקרב
8 Daß ihr Wein Libationswein ist, denn man sagt: Weiter, weiter, Naziräer, herum, herum, nähere dich nicht dem Weinberge.
ט ועל תורמוסן משום בישולי עובדי כוכבים לפי שאינן בני תורה טעמא דאינן בני תורה הא בני תורה שרי והאמר רב שמואל בר רב יצחק אמר רב כל שנאכל כמות שהוא חי אין בו משום בישולי עובדי כוכבים
9 Daß ihre Lupinen als von Nichtjuden gekochte Speise [verboten] sind, weil sie im Gesetz unkundig sind. Also nur aus dem Grunde, weil sie im Gesetz unkundig sind, wenn sie aber im Gesetze kundig wären, wären sie erlaubt; aber R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte ja im Namen Rabhs, was roh gegessen wird, sei nicht als Gekochtes von Nichtjuden verboten!? –
י ר' יוחנן כי הך לישנא ס"ל דאמר רב שמואל בר רב יצחק אמר רב כל שאינו עולה לשולחן של מלכים ללפת בו את הפת אין בו משום בישולי עובדי כוכבים טעמא דאינן בני תורה הא בני תורה שרי
10 R. Joḥanan hält es mit der anderen Fassung des R. Šemuél b. R. Jiçḥaq im Namen Rabhs: was nicht auf die königliche Tafel als Zukost zum Brote kommt, ist nicht als von Nichtjuden Gekochtes [verboten]. Daher nur aus dem Grunde, weil sie im Gesetze unkundig waren, Gesetzeskundigen aber ist es erlaubt.
יא בעו מיניה מרב כהנא עובד כוכבים מהו שיוליך ענבים לגת אמר להו אסור משום לך לך אמרין נזירא סחור סחור לכרמא לא תקרב איתיביה רב יימר לרב כהנא עובד כוכבים שהביא ענבים לגת בסלין
11 Man fragte R. Kahana: Darf man ihn Trauben in die Kelter bringen lassen? Dieser erwiderte: Es ist verboten, denn man sagt: Weiter, weiter, Naziräer, herum, herum, nähere dich nicht dem Weinberge. R. Jemar wandte gegen R. Kahana ein: Wenn ein Nichtjude Trauben in Körben